Was steckt hinter dringeblieben.de und wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Eigentlich betreibe ich gemeinsam mit meinem Team die Eventplattformen Rausgegangen.de und ASK HELMUT. Damit wollen wir zeigen, welche großartigen Erlebnisse es da draußen in Köln gibt. Das Coronavirus macht es uns aber leider nicht mehr möglich, in Veranstaltungsstätten zu gehen und somit jeden Tag handverlesene Ausgehtipps zu präsentieren.

Also haben wir uns gedacht, wenn wir als Gesellschaft nicht mehr zur Kultur rausgehen können, bringen wir die Kultur ins Wohnzimmer. Aus diesem Grund haben wir dringeblieben.de ins Leben gerufen: Eine Streamingplattform, auf der Künstlerinnen und Künstler aus allen Bereichen weiterhin ihren Content präsentieren können. Egal, ob Konzert, Comedy, Workshop, Sport oder Theater: Jeder und jedem wird hier eine virtuelle Bühne geboten. Das Besondere: Die Zuschauenden können über eine Chatfunktion untereinander sowie direkt mit dem Künstler/der Künstlerin während des Livestreams kommunizieren. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Künstlerinnen und Künstler direkt mit einem Supporterticket finanziell zu unterstützen.

Das heißt, ihr habt euer Geschäftsmodell auf die Krise angepasst. Was waren dabei die größten Herausforderungen?

Für uns als Eventplattform war und ist die größte Herausforderung sicherlich, dass man derzeit nicht absehen kann, wann und in welchem Maße wieder Veranstaltungen stattfinden können. Rausgegangen ist sehr eng mit der Veranstaltungsszene verknüpft. Ohne Veranstaltungen kommt auch ein großer Teil von Rausgegangen zum Erliegen. Uns war bewusst, dass wir in dieser Situation schnell handeln müssen und ein Umdenken erforderlich ist. Deshalb haben wir uns derzeit komplett von unserem üblichen Content, den Veranstaltungstipps, gelöst und unseren Fokus auf das neu entstandene Projekt Dringeblieben gelegt. Auf Rausgegangen findet man derzeit aber auch weiterhin Tipps, was man in seiner Freizeit machen kann. Diese reichen vom Livestream-Programm von Dringeblieben über Podcast- und Buchempfehlungen bis hin zu unterstützenswerten Aktionen, an denen man sich in Coronazeiten beteiligen kann. Der Fokus liegt aber derzeit ganz klar auf “Unternehmungen für Zuhause“.

Welche Hürden habt ihr bei der Realisierung von dringeblieben.de nehmen müssen?

Was Dringeblieben angeht, standen wir vor der Herausforderung, dass wir in kürzester Zeit eine komplett neue Streaming-Webseite an den Start bringen wollten. Am Sonntag stand das Konzept und am Dienstagabend, also nur zwei Tage später, sollte sie auch bereits live gehen. Ermöglicht wurde diese schnelle Umsetzung letztendlich dadurch, dass wir bei Rausgegangen ein Tech-Team haben, dass auch komplett unsere Webseite und App gebaut hat. Somit waren wir nicht auf Hilfe von anderen Unternehmen angewiesen und konnten von vorhandener Erfahrung und Expertise profitieren.

Wie hat die Kulturszene euer Projekt angenommen?

Sehr gut. Es ist schön zu sehen, wie eng der Zusammenhalt in der Kulturszene ist. Hilfe bekamen wir direkt an allen Ecken: Sei es von befreundeten Veranstaltern, die uns ihre Location für die Livestreams zu Verfügung stellen oder von Künstlern, die sofort zugesagt haben, Dringeblieben zu promoten und selbst einen Livestream zu bespielen.

(Foto: Tim Jaspert)