Der Businessplan ist das zentrale Element einer Gründung. Er beschreibt das Geschäftskonzept in all seinen Facetten, um Banken und Investoren von der Geschäftsidee zu überzeugen. Sauber gegliedert, hilft er als Planungs- und Kontrollinstrument gleichzeitig dabei, nicht den Überblick zu verlieren.

Grundsätzlich besteht der Businessplan aus zwei Teilen (20-30 Seiten). Zunächst wird die Geschäftsidee detailliert beschrieben. Anschließend folgt ein Zahlenteil, der unter anderem Planungsberechnungen zur Kapitals-, Finanzierungs- und Liquiditätsplanung beinhaltet.

Tipp von Andreas Severin, Gründungsexperte bei KölnBusiness

„Ein Businessplan muss auf den Punkt kommen. Deswegen rate ich von Vorlagen aus dem Internet ab. Es geht darum, die Geschäftsidee so klar wie möglich in den eigenen Worten zu schildern – so, dass der Leser oder die Leserin diese schnell auffassen kann. Wem soll was an welchem Ort und zu welchem Preis verkauft werden?“

Aufbau eines Businessplans

1. Zusammenfassung
Die Zusammenfassung zu Beginn dient dazu, das Vorhaben schnell bewerten zu können. Sie beinhaltet die wichtigsten Elemente wie Idee, Gründungsform, Markt, Produkt, Konkurrenz, Wettbewerb, Investitionshöhe und Finanzplanung. Faustregel: Fünf Minuten – länger sollten Dritte nicht brauchen, um die Kurzbeschreibung zu lesen und zu verstehen. Der Einfachheit halber wird sie zum Schluss verfasst, wenn alle Inhalte stehen.

2. Gründerperson/personen
Hier steht die unternehmerische Kompetenz im Vordergrund. Geschildert wird der persönliche und berufliche Werdegang aller gründenden Personen, Branchenkenntnisse, kaufmännische Kenntnisse, Qualifikationen zur Unternehmensführung sowie ggf. Zulassungen, die für die Geschäftsidee von Vorteil sind. Auch die Nutzung von Beratungsangeboten und die Unterstützung durch das private Umfeld kann hier einfließen.

Expertentipp: „Man muss kein Experte auf allen Gebieten sein. Gibt es größere Defizite in einem bestimmten Bereich, sollten sie jedoch klar angesprochen und Lösungsvorschläge benannt werden. Wie gleiche ich das Defizit aus? In einem Businessplan geht es auch darum, realistisch zu sein. Nur so besteht Aussicht auf Erfolg.“

3. Gründungs- und Unternehmensform
Einzelunternehmen, Personengesellschaft, Kapitalgesellschaft? Die Rechtsform gibt dem Unternehmen einen festen Rahmen und regelt wichtige Fragen zu Eigentumsverhältnissen, Risikoverteilung und Haftung. Sie ist damit auch wichtiger Bestandteil des Businessplans. Einen Überblick zu den verschiedenen Unternehmensformen gibt es hier.

Besonderheit Geschäftsübernahme: Hier gilt es auch die spezifische Qualifikation und die wirtschaftliche Lage des Betriebes zu schildern.

4. Geschäftsidee: Das Produkt bzw. die Dienstleistung
Was macht die Geschäftsidee besonders? Wie sind die Zukunftsaussichten? Welche unternehmerischen Ziele werden verfolgt? Bei der Beschreibung der Geschäftsidee bzw. des Produktes oder der Dienstleistung geht es darum, die Vorzüge herauszustellen. Was ist das Neue gegenüber anderen Anbietern? Wann soll die Produktion starten? Und welche Voraussetzungen müssen bis dahin noch erfüllt sein? Eine umfassende Beurteilung ist hier das A und O.

5. Markt, Wettbewerb und Standort
Ohne Kund*innen kein Erfolg. Deswegen hier volle Konzentration auf die Beschreibung und Bewertung von Zielgruppen und Wettbewerbern. Wer sind die Kund*innen? Wie gestaltet sich die Situation auf dem Markt? Welche Wettbewerbsvorteile könnten die Zukunft der Geschäftsidee sichern? Welche Trends zeichnen sich ab? Die Erstellung von Wettbewerbsprofilen der Mitbewerber*innen ist hier essenziell. Auch die Standortwahl sollte hier dargestellt werden.

6. Marketing und Vertrieb
Hier ist Raum für die individuelle Marketingstrategie. Wie soll die Marke bekannt gemacht werden? Wie ist der Markenauftritt gestaltet und welche Markteintrittsstrategie wird verfolgt? Der Etat für Werbemaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit muss hier dargelegt werden. Außerdem sollte hier das Vertriebskonzept beschrieben werden. Wie sieht die Preisstruktur aus? Welche Kalkulation liegt dieser zugrunde? Wie hoch sind die Vertriebskosten?

7. Organisation und Mitarbeiter*innen
Bei einer Teamgründung muss die Führungs- und Organisationsstruktur beschrieben werden. Ein Organigramm kann hilfreich sein. Auch die Personalbedarfs- und Personaleinsatzplanung gehört hierhin. Festzuhalten ist, welche vertraglichen Regelungen gelten sollen, aber auch, welche Vorschriften für das Unternehmen ggf. zu beachten sind.

8. Risiken und Chancen
Bevor es in die Finanzplanung geht, sollten die Risiken und Chancen noch einmal gesondert Betrachtung finden. Der Worst-Case darf hier eine Rolle spielen. Hilfreich kann eine SWOT-Analyse sein, die Stärken, Schwächen sowie Chancen und Risiken aufzeigt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellt eine Vorlage dafür im Netz zur Verfügung.

Expertentipp: „Risiken und Schwächen sollten ehrlich dargelegt werden. Das zeigt, dass sich der Gründer oder die Gründerin intensiv mit seiner Idee auseinandergesetzt hat und vorbereitet ist. Sinnvoll ist es natürlich, darüber hinaus aufzuzeigen, wie man den Risiken begegnen will.“

9. Finanzplanung
Der Finanzplan gliedert sich in der Regel in eine Investitionsplanung und den Kapitalbedarf, eine Umsatz- und Ergebnisplanung sowie die Liquiditätsplanung.

Investitionsplanung: Darstellung des Kapitalbedarfs (lang- und kurzfristig), Höhe des Eigenkapitals, potenzielle Förderprogramme, Leasingmöglichkeiten

Umsatz- und Ergebnisplanung: Schätzungen der Kosten, Umsätze und Gewinne für die nächsten drei Jahre (Best- und Worst-Case-Szenario)

Liquiditätsplanung: Tabelle zur Planung der ständigen Zahlungsfähigkeit im ersten Jahr

Expertentipp: „Keine Augenwischerei! Bei der Finanzplanung immer mit realistischen Zahlen arbeiten. Was muss eingenommen werden? Was sind die laufenden Kosten? Was bleibt am Ende für mich übrig? All diese Überlegungen müssen für potenzielle Geldgeber nachvollziehbar sein.“

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