Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erhalten Zugang zu Förderungen mithilfe öffentlicher Programme. Sie sollen den Austausch zwischen Unternehmen und Hochschulen erleichtern und Innovationen voranbringen. Eine Übersicht.

Symbolbild Förderprogramme für KMU für Forschung und Entwicklung: Roboterhand setzt ein Dach auf ein Holzklötze

Unterstützung von außen – Förderprogramme helfen bei der Vermittlung. (Foto: Adobe Stock – Andrey Popov)

Viele KMU haben keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung (FuE) im eigenen Hause. Um innovationsfähig zu bleiben, kann zusätzliches Knowhow aus der Wissenschaft helfen: Programme sollen Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglichen, die KMU in neue Verfahren, Produkte, Prozesse oder Dienstleistungen umsetzen können.

Mit der Unterstützung bei der Vernetzung von Unternehmen und Hochschulen fördern EU, Bund und Land gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Themen in vielen Bereichen wie z.B. der Digitalisierung, Energie- und Umweltpolitik und speziell mit der KMU-Förderung im FuE- und Innovationsbereich.

Übersicht über Programme

Bei dieser Auflistung handelt es sich um eine Auswahl. Weitere Förderprogramme finden Sie auf www.foerderdatenbank.de.
Bei Fragen zum Thema beraten Sie die Mitarbeiter von KölnBusiness: innovation@koeln.business

Die wichtigsten Fragen zum Thema

Welche KMU können sich für Förderprogramme bewerben?

Die hier genannten Förderprogramme wenden sich speziell an KMU mit folgenden Kriterien: Mittelgroße Unternehmen mit unter 250 Mitarbeitern, Umsatz 50 Mio. Euro oder einer Bilanzsumme von 43 Mio. Euro, kleine Unternehmen unter 50 Mitarbeiter, Umsatz oder Bilanzsumme 10 Mio. Euro und Kleinstunternehmen mit unter 10 Mitarbeitern und einem Umsatz oder einer Bilanzsumme von 2 Mio. Euro. Es gibt Ausnahmen, die die Definition von KMU auf Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern ausdehnen. Die Angabe der Mitarbeiter wird jeweils in Vollzeitäquivalenten gerechnet, Beteiligungsverhältnisse sind zu berücksichtigen. Umsätze und Bilanzsummen sind als Maximalbeträge zu verstehen.

Größere Unternehmen können als Kooperationspartner in vielen Programmen ebenfalls teilnehmen, allerdings ohne Förderung. Eingereicht werden die Anträge bei den Projektträgern, den Einrichtungen, die von Land und Bund mit der Durchführung der Förderprogramme betraut wurden. Wenn es sich um Projekte im Bereich des hier vorgestellten Technologietransfers handelt, werden die Förderanträge zusammen mit der Hochschule eingereicht, die mit ihrer Erfahrung das Prozedere erleichtern kann.

Welche Projekte werden gefördert?

Folgende Voraussetzungen müssen für eine Förderung erfüllt sein: Zum einen muss das Vorhaben (technisch) neu sein, es darf noch nicht begonnen haben und es muss risikobehaftet sowie wirtschaftlich verwertbar sein. Ein hohes technisches und wirtschaftliches Risiko muss nachweisbar sein, damit die Öffentliche Hilfe nachvollziehbar ist. Förderfähige Kosten sind – je nach Programm – im Wesentlichen: Personalkosten, Betriebskosten, Kosten für Fremdleistungen, Sondereinzelkosten (Instrumente und Ausrüstungen) und Kosten, die zur Erlangung gewerblicher Schutzrechte entstehen. Während der Projektlaufzeit werden Fördergelder zu verschiedenen Zeitpunkten abgerufen. Unter Umständen müssen Personalkosten und andere Kosten mehrere Monate vorfinanziert werden. Daher ist es unabdingbar, dass eine ausreichende Liquidität des Unternehmens gewährleistet ist. Im Wesentlichen werden die Fördermittel in Form direkter finanzieller Zuwendungen (als nicht rückzahlbarer Zuschuss) ausgeschüttet oder verbilligter Darlehen oder Steuervergünstigungen ausgegeben. Die Förderhöhen für die Unternehmen hängen ab von der Art des Programms oder der Unternehmensgröße und liegen bei 30 – 80 Prozent.

Wie verläuft die KMU Förderung?

Am Anfang jeder Bewerbung für ein Förderprogramm steht die Ideenphase, in der die Idee oder das Thema identifiziert wird. Hier sollten KMU den Kontakt zur Hochschule suchen, z.B. über die sogenannten Transferstellen der Hochschulen. Hier können auch Mitarbeiter der KölnBusiness Wirtschaftsförderung helfen und Kontakte herstellen. In dieser Anfangsphase wird das Projektkonsortium festgelegt und die Arbeitsumfänge werden bestimmt. In der darauffolgenden Phase sollten die Projektverantwortlichen Projektskizzen erstellen und abstimmen. Darauf kann der Antrag erfolgen. Die benötigten Formulare dazu sind bei den jeweiligen Projektträgern zu finden, die bei der Antragstellung umfangreich unterstützen. Wird der Antrag bewilligt, beginnt der Förderzeitraum, der je nach Programm wenige Monate bis zu drei Jahren umfasst. Am Ende erstellt ein Projektmitarbeiter den Abschlussbericht mit Verwendungsnachweis der Förderung.

www.fz-juelich.de

BMF – Forschungszulagengesetz

Seit 1. Januar 2020 wird die FuE in Unternehmen steuerlich gefördert, Bemessungsgrundlage sind die im Wirtschaftsjahr entstandenen förderfähigen Aufwendungen des Anspruchsberechtigten bis maximal 2 Mio. Euro. Profitieren können vor allem KMU ohne eigenes Forschungspersonal.

www.bundesfinanzministerium.de

Sie wollen keine News mehr verpassen?

Regelmäßig relevante Nachrichten rund um den Wirtschaftsstandort Köln – direkt in Ihr Postfach

jetzt abonnieren