Virtual Reality in Köln: Mit XR-Technologien in die digitale Zukunft

Was vor nicht allzu langer Zeit noch als futuristisch oder gar fantastisch galt, schreitet heute in einem rasenden Tempo voran: Immer mehr Gründer*innen und Unternehmer*innen setzen auf Extended Reality (kurz XR). Dass das Konzept messbaren Erfolg verspricht, beweist das ständige Wachstum des XR-Clusters – gerade in Köln und einigen anderen Wirtschaftsmetropolen der Bundesrepublik.

Aktuelle Veranstaltung: Neuer Ausbildungsberuf Gestalter/-in für immersive Medien

Die Einsatzmöglichkeiten immersiver Medien haben sich seit Jahren erheblich erweitert und AR-, VR- und MR-Anwendungen halten immer mehr Einzug. Bislang fehlte eine geregelte Qualifizierung. Um diese Lücke zu schließen, wird ab August 2023 nun der neue Ausbildungsberuf „Gestalter/-in für immersive Medien“ (GIM) angeboten.

Wenn diese neue Ausbildung auch für Ihr Unternehmen von Interesse ist, lädt KölnBusiness Sie herzlich zur Informationsveranstaltung am 14. Februar ein.

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Extended Reality: Was ist das eigentlich?

Der Begriff XR ist die Abkürzung für Extended Reality und beschreibt alle Formen immersiver Technologien. Mit ihrer Hilfe können Nutzer*innen in ganz unterschiedlichen Bereichen die eigene Wahrnehmung erweitern. Das Schlagwort Metaverse ist dabei die Utopie einer zweiten digitalen Realität, die alle Menschen verbindet. Schon heute gibt es faszinierende Anwendungen der zugrundeliegenden XR-Technologie in zahllosen Unternehmensbereichen (Aus- und Weiterbildung, Events und Remote-Kollaboration, Forschung und Entwicklung, Wartung und Reparatur, Marketing und Vertrieb sowie Qualitätsmanagement und Werkschutz) und in verschiedenen Branchen (z.B. Design, Handel, Immobilienwirtschaft, Straßenbau, Automobilindustrie, Maschinenbau, Handwerk, Logistik, Rettungsdienste, Medizin und Tourismus).

Drei Bereiche werden im Rahmen von XR entlang ihres Immersionsgrades unterschieden:

  • AR (Augmented Reality)
  • MR (Mixed Reality)
  • VR (Virtual Reality)

 

Augmented-Reality-Technologie ergänzt die reale Umgebung mit virtuellen Objekten oder Informationen. Der Unterschied zwischen Augmented Reality und Virtual Reality ist vor allem der, dass Erstere keine Abschottung der Nutzer*innen von ihrer Außenwelt nach sich zieht. Stattdessen sind diese in der Lage, auf einem Bildschirm in Echtzeit visuelle Informationen und Videoinhalte über die abgefilmte Umgebung zu legen. Als Medium fungieren zum Beispiel Smartphones und Tablets. Die Technologie ist inzwischen weit verbreitet und wird zum Beispiel bei der Navigation und im Gaming verwendet. Auch lassen sich beeindruckende stationäre Simulationen z.B. in Museen mit dieser Form der Überblendung gestalten.

Mixed Reality kombiniert z.B. mit speziellen MR-Brillen nahtlos die Realität mit einer digitalen Ebene. Diese Anwendung sind zum Beispiel in der Präzisionsfertigung hilfreich. Dort kann eine Mixed Reality-Brille digitale Positionierungen z.B. Bohrstellen anzeigen. In der Logistik kann die Technologie Menschen beispielsweise als Wegfinder assistieren.

Das Unternehmen TimeRide lädt mit Hilfe von XR auf eine Zeitreise durch das Köln der Zwanziger Jahre ein.
© TimeRide GmbH

Mit VR-Anwendungen haben Nutzer*innen Zugang zu fast vollständig immersiven virtuellen Szenarien. Einstmals vor allem für den Games-Markt interessant, wird die Technologie heute immer mehr von VR-Firmen oder VR-Startups für Schulungs- und Simulationszwecke genutzt. Doch wie funktioniert Virtual Reality eigentlich? Basis für die Technik sind eine spezifische Software und eine entsprechendes VR-Headset. Die Software ist dafür verantwortlich, zwei Bilder zu erzeugen, die mit der Hilfe von Linsen so fokussiert werden, dass sie sich unmittelbar vor dem rechten und dem linken Auge befinden. Die Ränder der VR-Brille werden dabei vollständig ausgeblendet. Die restliche Arbeit übernimmt das menschliche Gehirn, indem es die Bilder tiefenwirksam miteinander verbindet und den Nutzer*innen suggeriert, sie oder er würde sich körperlich in der Szenerie bewegen. 3D-Sound oder haptisches Feedback über einen Handschuh können die Immersion dabei noch steigern.

Zum Beispiel nimmt Time Ride Besucher*innen mit auf eine Zeitreise durch das Köln der Zwanziger Jahre und in der 7th-Space-VR-Erlebniswelt kommen Gaming-Fans voll auf ihre Kosten.

Potenziale von XR-Technologie im Unternehmenseinsatz

Von Augmented Reality bis ins Metaverse – Sehen Sie im Video die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von XR, vorgestellt von drei Geschäftsführern erfolgreicher XR-Unternehmen aus Köln im Gespräch mit unserer Expertin Dr. Dorit Meyer. Die Gesprächspartner:

  • Michael Gairing, blanx/RAUM
  • Axel Steinkuhle, evrbit
  • Timon Vielhaber, World of VR

XR ist in Köln auf dem Vormarsch

Wie eine Studie der Technology Arts Sciences TH Köln aus dem Jahre 2022 belegt, zählt Köln zu den führenden XR-Standorten in Deutschland. Befragt wurden Unternehmen mit Haupt- oder Nebensitz in Köln, die XR-Lösungen für Ihre Kund*innen entwickeln. Die Branche in ganz Deutschland zählte nach einem stetigen Anstieg in den Vorjahren im Jahr 2022 insgesamt 1.613 Unternehmen. Davon hatten 128 Unternehmen ihren Hauptsitz in Köln und beschäftigten ca. 800 Mitarbeitende. Damit rangiert das XR-Cluster in Köln mit anderen Metropolen wir Berlin, München und Hamburg auf den vordersten Rängen.

Zudem schneidet Nordrhein-Westfalen im Vergleich der Bundesländer am besten ab: NRW ist der größte XR-Standort mit dem höchsten Umsatz (ca. 111 Mio. €) und der höchsten XR-Beschäftigungszahl (ca. 2.675 Mitarbeitende).

Die Vielzahl an Unternehmensgründungen und Markteintritten, das starke Umsatz- und Beschäftigtenwachstum sowie die günstigen Geschäftsaussichten zeigen: Das Ende des Wachstums ist für die Kölner XR-Unternehmen noch lange nicht erreicht. Ganz im Gegenteil – Die vielzähligen Einsatzmöglichkeiten und die aktuelle Debatte um das Metaverse sowie der stetige technologische Fortschritt versprechen ein fast unerschöpfliches Zukunftspotenzial für den Techtrend XR in Köln, das weiter gehoben wird.

Anwendungen und Kund*innen der XR-Unternehmen in Köln

Die meisten Kölner XR-Firmen (57 Prozent) legen ihren Fokus auf die Entwicklung und das Angebot von Anwendungen aus allen drei XR-Technologien (AR, VR und MR). Knapp darauf folgen Unternehmen, die sich ausschließlich mit einer der Technologien beschäftigen. 22 Prozenthaben einen Fokus auf ausschließlich VR, 15 Prozent einen Fokus auf die Konzeption, Entwicklung und Vermarktung von sowohl AR als auch VR. Fünf Prozent der Firmen geben an, ihren Schwerpunkt auf AR zu setzen.

Die Leistungen der XR-Unternehmen in Köln sind zum größten Teil (44 beziehungsweise 38 Prozent) der Entwicklung von XR-Anwendungen im technischen Bereich und dem Design von XR-Anwendungen zuzuordnen. Ebenso tummeln sich jedoch immer mehr Full-Service- und Consulting-Anbieter am Markt. Dem B2C- und Reseller-Segment sowie der Herstellung von XR-Software und -Hardware ist bisher nur ein geringer Anteil der produzierten Leistungen gewidmet.

Auffällig ist, dass es sich bei 65 Prozent der Angebote der Kölner XR-Unternehmen um Information/Entertainment-Angebote handelt, im Vergleich zu 20 Prozent in ganz Deutschland. 60 Prozent und somit 18 Prozent mehr als im Bundesvergleich gaben an, XR für den Bereich Design und Simulation anzubieten. Nur bei 40 Prozent und damit um 15 Prozent geringer als in ganz Deutschland liegt der Anteil der Unternehmen, die XR für Produktpräsentationen anbieten.

Die Kund*innen der XR-Unternehmen in Kölngehören primär zum Leitmarkt Kreativwirtschaft (insbesondere zu den Branchen Filmproduktion, Werbung/Design, Rundfunk/Fernsehen sowie Games) und zum Leitmarkt Produktion (primär Automotive, Maschinenbau, Chemie).

Warum ist XR in Köln bestens aufgehoben?

Köln besticht durch die größte Konzentration von XR-Unternehmen in Deutschland für Kooperationen, ist auch international hervorragend vernetzt, aber profitiert vor allem von den Hochschulen, dem Talentpool und den Nachfragern der gesamten Metropolregion Rheinland. Auch spielt räumliche Nähe zu den Kunden noch eine Rolle: Köln selbst ist mit seiner Vielfalt aus Industrie- und Medienkunden und mit viel lokalem Knowhow ein anziehender Standort für XR-Technologie. Eine Startup-freundliches Klima, eine starke Kreativwirtschaft, technologische Exzellenz an den Hochschulen, eine aktive Szene sowie nicht zuletzt die lange Tradition von Köln als Medienstadt bilden hier hervorragende Bedingungen für XR-Unternehmen. 

Begleitet wird das wachsende Cluster in Köln dabei von vielen starken Vernetzungsmöglichkeiten: Der Erste Deutsche Fachverband für Virtual Reality (EDFVR) bündelt gemeinsame Interessen, das Metaverse-Meetup serviert informellen Austausch und das Mediennetzwerk.NRW bietet Veranstaltungen und Messereisen. Als Hochschulen sind die Technische Hochschule Köln, die Kunsthochschule für Medien Köln, die Köln International School of Design, die macromedia university, das Cologne Game Lab und das SAE Insitute in Forschung und/oder Lehre im XR-Bereich engagiert. Auf der Kundenseite sorgt u.a. das Mittelstand-Digital Zentrum Rheinland für Information über die Potentiale der Technologie. 

Diese Übersicht des XR-Clusters in Köln bildet relevante Messen bzw. Events sowie Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen im Bereich XR ab. Sie gibt Ihnen einen Einblick in das Ökosystem des lokalen XR-Clusters.

 

Auch KölnBusiness engagiert sich in der weiteren Entwicklung des XR-Standort Kölns: Durch ein eigenes Förderprogramm für innovative XR-Projekte (KölnXR), durch Beratung zu weiteren Fördermitteln und durch Vernetzung in das Ökosystem.

 

Das sagen XR-Unternehmer*innen aus Köln

Förderung für XR

Durch zahlreiche Förderprogramme profitieren Gründer*innen, Startups und Unternehmer*innen von Zuschüssen. Gefördert werden zum Beispiel:

  • Forschungs- und Entwicklungsprojekte
  • Beratungs- und Umsetzungsleistungen durch XR-Firmen
  • Hard- und Software-Anschaffungen
  • Einweisung und Schulung von Mitarbeitenden

Informieren Sie sich in unserer Förderübersicht, unserem Webcast und lassen Sie sich individuell durch die Förderexpert*innen von KölnBusiness beraten.

 

Förderprogramm "Köln XR"

Mit „Köln XR“, einer von drei Förderrichtlinien des Förderprogramms „Kölner Rahmen“, bezuschusst KölnBusiness seit 2022 jedes Jahr fünf innovative Projekte mit je bis zu 10.000 Euro, die die Entwicklung neuer Inhalte und Prototypen in allen Bereichen von XR zum Ziel haben.

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Jan-Paul Laarmann

Innovationsmanager Kreativwirtschaft

Dr. Dorit Meyer

Innovationsförderung & Technologietransfer