KölnBusiness und Metropolregion Rheinland zeichnen fünf Kölner Unternehmen für Innovationskraft aus

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Wie kann man Installateur*innen erneuerbarer Energietechnologien und interessierte Auftraggeber*innen unkompliziert zusammenbringen? Auf welchem Weg kann man moderne Roboter-Technologie kleinen Unternehmen, wie lokalen Bäckereien, für einen erschwinglichen Preis zur Verfügung stellen? Und wie kann man helfen, Kindern den Tod eines ihnen nahestehenden Menschen begreifbar zu machen?

 

Innovative Lösungen dazu bieten die Kölner Unternehmen Installion GmbH, Igus GmbH und die Pixelbeschleuniger F&C UG – und sind dafür, gemeinsam mit dem Startup RIMASYS und dem Concept Store "CREATE! by OBI" von der Metropolregion Rheinland und der KölnBusiness Wirtschaftsförderung mit dem Innovationspreis „RHEINLAND GENIAL“ ausgezeichnet worden.

„Die fünf Unternehmen zeigen in ganz unterschiedlichen Themenfeldern wie Innovationen den Alltag von Menschen bereichern und erleichtern können, beispielsweise in der Ausbildung von Chirurg*innen, beim Bau eigener Möbelstücke oder auch der Verarbeitung des Verlusts eines geliebten Mitmenschen“, sagt Kirsten Jahn, Geschäftsführerin der Metropolregion Rheinland. „Damit stehen sie stellvertretend für den hohen Erfindergeist von vielen Firmen und Organisationen aus dem Rheinland. Mit unserem Preis möchten wir diesen sowie das Potenzial und den Ideenreichtum in unserer Region sichtbar machen.“

Aufgrund der aktuellen Corona-Einschränkungen wurde der Award den Preisträger*innen postalisch zugestellt und nicht persönlich im Rahmen einer Übergabezeremonie verliehen.

„Die ausgezeichneten Unternehmen stehen auf vielfältige Weise für die enorme Innovationskraft unserer Wirtschaftsmetropole. Mit ihren Ideen unterstreichen sie die Strahlkraft sowie die Attraktivität Kölns für Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründer“, sagt Dr. Manfred Janssen, Geschäftsführer der KölnBusiness Wirtschaftsförderung.

 

 

Portraits zu den Preisträgern

 

Installion GmbH

Bei der Installation von erneuerbaren Energietechnologien wie Photovoltaik ist der Mangel an qualifiziertem Montage-Personal und Handwerker*innen ein wesentliches Problem, das einen schnelleren Ausbau verhindert. Installion, gegründet im Juli 2019, hat eine online-B2B-Plattform entwickelt, auf der Installateur*innen erneuerbarer Energietechnologien an Auftraggeber*innen vermittelt werden. Dabei handelt es sich um einen Marktplatz für die Montage von Elektroinstallationen wie Photovoltaik, Batteriespeichern oder Elektromobilitätskomponenten.

Heute ist Installion der führende digitale B2B-Marktplatz für Installateurarbeiten, auf dem Angebot und Nachfrage zwischen B2B-Kund*innen und Handwerker*innen zusammengebracht werden. Auf der Plattform sind bereits über 20.000 Handwerker*innen gebündelt.

 

Igus GmbH

Igus ist auf dem besten Weg zum 1000-Euro-Roboter! Bereits 2018 hat das Kölner Unternehmen einen der ersten Industrieroboter für rund 5000 Euro auf den Markt gebracht. Zum Vergleich: Seinerzeit lag der Preis für vergleichbare Produkte bei mindestens 15.000 Euro.

Das aktuelle, und mit dem Innovationspreis „RHEINLAND DIGITAL“ ausgezeichnete, Modell „Robolink“ richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen. Da die Roboter ohne Schmierstoffe arbeiten, bieten sie insbesondere Vorteile für Fertigungsprozesse im Lebensmittel- und Medizinbereich. So kann der Robolink etwa in Bäckereien Teiglinge auf Backbleche heben. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind das Verkleben von Schuhsohlen oder das Montieren von Kunststoffteilen.

Ziel von igus ist es, einen Gelenkarm-Roboter für 1000 Euro anzubieten. Der Preis des Robolink-Gelenkarms liegt mittlerweile bereits bei 3500 Euro ohne Steuerung, mit Steuerung bei 5000 Euro. Erreicht wird der günstige Preis – wie bei allen igus-Produkten – durch das Ersetzen metallischer Lösungen durch Kunststoffteile. Das spart nicht nur Gewicht und Schmiermittel, sondern auch Kosten. Beim Robolink ist etwa das Polymer-Getriebe deutlich günstiger als herkömmliche Getriebe.

 

Pixelbeschleuniger F&C UG

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, fühlen sich die Hinterbliebenen oft alleingelassen. Wie kann man Kindern in einer solchen Situation das Thema Tod begreifbar machen? An einer digitalen und gemeinnützigen Antwort auf diese Frage arbeiten die „Pixelbeschleuniger“, bestehend aus Fee Bonny und Carmen Johann, beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Cologne Game Lab. Sie haben das Konzept für ein Adventure Game entwickelt, mit dem vermittelt werden soll, dass der Tod zum Leben dazu gehört.

Die Auszeichnung erhalten die Pixelbeschleuniger für das Spiel „Charlie und Morty – Die Mutlichtprüfung“. Die dort aufgezeigten Bewältigungsstrategien hat das Team gemeinsam mit Leuchtturm e. V., einem Beratungszentrum für trauernde Kinder, Jugendliche und Familien, entwickelt. Das Adventure Game wird für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren empfohlen und macht Trauerbewältigungsprozesse spielerisch erfahrbar.

 

RIMASYS GmbH

RIMASYS ist für die Etablierung eines neuen Standards in der chirurgischen Ausbildung ausgezeichnet worden. Das Startup hat im Februar 2018 einen patentierten Mechanismus entwickelt, durch den Knochen von Körperspender*innen so gebrochen werden können, dass sie einem echten Bruch entsprechen. In der praktischen Ausbildung wurden Chirurg*innen und Orthopäd*innen bislang mittels künstlicher Knochen oder unverletzten Humanpräparate nur limitiert auf den OP-Alltag vorbereitet.

RIMASYS hat ein hochmodernes Trainingszentrum eingerichtet und sorgt damit für einen neuen Standard in der chirurgischen Ausbildung. Ärzt*innen werden in Wetlab-Workshops mit realitätsnahen Verletzungen in ein kliniknahes Umfeld gebracht, um so die medizinische Versorgungsqualität zu erhöhen. Das Operationszentrum, genannt „Trauma Academy“, gehört zu den modernsten Einrichtungen in Europa.

Bedingt durch die Corona-Situation investierte RIMASYS zudem massiv in die Digitalisierung. Live-Übertragungen von Operationen sowie die traumachirurgische Ausbildung mit Tutorials werden nun digital realisiert. Mit „Surgical Island“ hat das Startup darüber hinaus eine virtuelle Welt geschaffen. Besucher*innen, die sich sonst im Trainingszentrum begegnen würden, können nun virtuell als Avatare miteinander interagieren.

 

CREATE! by OBI

Im Kölner Concept Store "CREATE! by OBI" werden Möbel und Deko-Objekte zum Selbstbauen und Anpassen verkauft. In für einen Baumarkt untypischer Innenstadtlage wird ein urbanes Lifestyle-Publikum angesprochen. Die Verbindung der Waren zu bausatzartigen Gebinden und die Möglichkeit, bei komplexeren Projekten wie Betten die notwenigen Waren im Netz direkt für verschieden Szenarien zu kalkulieren, ist eine zeitgemäße Handreichung für alle Konsument*innen, die eine Art begleitetes Do it Yourself (DIY) wünschen. Die Online-Community und das intensive Social Media-Marketing ergänzen den bisher einzigen Flagship Store und zeigen eindrucksvoll, wie man stationären Einzelhandel, E-Commerce und Branding konzeptionell verbinden kann.

 

KölnBusiness Wirtschaftsförderung

Die KölnBusiness Wirtschaftsförderung ist eine Tochtergesellschaft der Stadt Köln. Sie ist erste Ansprechpartnerin für alle Unternehmen sowie Gründer*innen in der Stadt. KölnBusiness gibt Orientierung, wenn es um Verwaltung und Regelungen geht. Wir informieren und vermitteln in allen wirtschafts- und verwaltungsrelevanten Fragen, wir vernetzen und bieten mit vielfältigen Services individuelle Lösungen.

 

Metropolregion Rheinland e.V. 

Im Verein Metropolregion Rheinland kooperieren Akteure aus Kreisen und kreisfreien Städten, den Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern, der Städteregion Aachen und dem Landschaftsverband Rheinland, um ihre interkommunale und regionale Zusammenarbeit zu verbessern. Durch die Bündelung der Interessen und gemeinsame Aktivitäten soll das Rheinland verstärkt als zusammenhängender Wirtschafts- und Lebensraum wahrgenommen werden und zu einer Metropolregion von europäischer Bedeutung wachsen. www.metropolregion-rheinland.de