Wasserstofftechnologie im Rheinland: Hebel für die Energiewende

Magazin - KölnBusiness Wirtschaftsförderung
Pionier auf der Straße: Ein Brennstoffzellenbus der Regionalverkehr Köln GmbH.
© Foto: Regionalverkehr Köln GmbH.

Die Region Rheinland will die Energie- und Verkehrswende durch die Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff aktiv voranbringen.

Die Region Rheinland will die Energie- und Verkehrswende durch die Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Wasserstoff aktiv voranbringen. Dafür haben die Städte Brühl, Hürth, Köln und Wesseling, der Rheinisch-Bergische Kreis und der Rhein-Sieg-Kreis vielfältige Maßnahmen und Projektansätze zur Anwendung und Entwicklung von Wasserstofftechnologie im Rheinland erarbeitet. „H2R – Wasserstoff Rheinland“ heißt die gemeinsame Initiative.

 

Wasserstoff (H2) speichert erneuerbare Energie, liefert sauberen Kraftstoff für die Mobilität und macht Industrieprozesse klimaneutral. Damit ist er ein wichtiger Hebel für die Energie- und Verkehrswende. Mit dem Netzwerk HyCologne, dem Einsatz von Nebenprodukt-Wasserstoff aus der chemischen Industrie sowie der frühen Erprobung von Bussen mit Brennstoffzell-Antrieb gehört die Region Köln zu den H2-Pionieren und setzt schon jetzt Maßstäbe. So nimmt beispielsweise die Regionalverkehr Köln GmbH als kommunales Verkehrsunternehmen eine Spitzenstellung in Europa bei der Umstellung auf Brennstoffzellen-Busse ein.

 

Um die Entwicklung und Umsetzung von Wasserstofftechnologie im Rheinland weiter voranzubringen, untersucht die Initiative „H2R – Wasserstoff Rheinland“ (H2R) die Verwendung von Wasserstoff in der Region auf ihre technische Machbarkeit und ökonomische Umsetzbarkeit. Das Ziel: Wasserstofftechnologie – insbesondere im Mobilitätsbereich – in die Phase der Markteinführung zu bringen. Damit unterstützt die Initiative zugleich auch die erst Anfang Juni veröffentlichte Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Die darin enthaltenen 38 Maßnahmen sollen Wasserstofftechnologien als Kernelemente der Energiewende etablieren. Denn das Potenzial von Wasserstoff im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen ist enorm: Brennstoffzellen weisen etwa die doppelte Energieeffizienz eines Verbrennungsmotors auf. Beim Fahrbetrieb entstehen keine Emissionen und nahezu kein Antriebsgeräusch.

 


Wasserstofftechnologie im Rheinland: Auf dem Weg zur Wasserstoff-Modellregion

 

Entstanden ist die Initiative im Rahmen des Wettbewerbs „Modellkommune/-region Wasserstoffmobilität NRW“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Drei Konzepte hatten die Jury in der ersten Runde so überzeugt, dass die Regionen nun insgesamt rund eine Million Euro für die Entwicklung von Feinkonzepten erhalten – darunter auch die Initiative „H2R – Wasserstoff Rheinland“. Die drei Regionen haben noch bis Ende August Zeit, ihre Konzepte auszuarbeiten. Aus diesen drei Entwürfen wird die Jury dann das beste Konzept zur Modellregion Wasserstoff-Mobilität Nordrhein-Westfalen küren.

 

Das Feinkonzept der Initiative H2R erstellt derzeit ein Konsortium aus sieben Partnern, die in der Region verankert sind . Dabei untersucht das Konzept die Weiterentwicklung bestehender Strukturen sowie die Planung neuer Elemente der Wasserstoffmobilität und der Sektorenkopplung. Denn im Rheinland existieren bereits heute vielfältige Aktivitäten und Projekte zu wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen-Fahrzeugen. Der Wasserstoff, der hier seit fast zehn Jahren zum Einsatz kommt, ist ein Nebenprodukt industrieller Prozesse. Eingesetzt werden soll er vor allem im ÖPNV, bei kommunalen Flotten und in der Logistik.

 


Hier laufen viele Fäden zusammen: Die KölnBusiness als Vernetzerin

 

Aktuell unterstützen rund 80 Partner aus der Industrie, aus Verbänden, Kammern und der Wissenschaft die Initiative und bringen vielfältige Maßnahmen und Projekte in das Feinkonzept ein. Aus Köln sind etwa die Koelnmesse, die Abfallwirtschaftsbetriebe, die Stadtentwässerungsbetriebe, die Häfen und Güterverkehr Köln AG, der Flughafen Köln/Bonn, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die Handwerkskammer, die TH  Köln, die Rheinische Fachhochschule Köln, die Kölner Verkehrsbetriebe sowie die Regionalverkehr Köln GmbH mit dabei. Letztere hat bereits zwölf Brennstoffenzellen-Busse im Einsatz, bis Anfang 2022 sollen es mehr als 50 sein. Für den Touristenverkehr plant das Amt für Verkehrsmanagement einen emissionsfreien Shuttle vom Busterminal in Niehl in die Innenstadt einzurichten. Hier soll geklärt werden, ob der Einsatz von Brennstoffzellen-Bussen sich vorteilhaft darstellt.

 

Die verschiedenen Aktivitäten der Kölner Akteure führt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung in enger Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Mobilität und Liegenschaften und der Koordinationsstelle Klimaschutz zusammen. Dafür vernetzt sie Partner aus den vier Kernbereichen H2-Erzeugung, H2-Verteilung, H2-Nutzung und H2-Wissen. Darüber hinaus informiert sie über die Initiative und versucht so, neue Partner zu gewinnen. „Wasserstoff ist ein Baustein zur erfolgreichen und nachhaltigen Transformation der Sektoren Industrie, Energie und Verkehr“, sagt Dr. Manfred Janssen, Geschäftsführer der KölnBusiness Wirtschaftsförderung.

 

Maßnahmen in der Initiative H2R – Wasserstoff Rheinland (Quelle: H2R)

 


„Vor dieser Herausforderung steht auch die Stadt Köln und mit ihr das gesamte Rheinland. Unser Zusammenschluss in der Initiative H2R – Wasserstoff Rheinland ist nicht nur maßgebend für die Nachhaltigkeitsbemühungen einer ganzen Region, sondern auch Impulsgeber für eine gelungene regionale Vernetzung – sowohl mit den teilnehmenden Gebietskörperschaften als auch mit Akteuren aus Wirtschaft und Wissenschaft.“ Darüber hinaus profitiert die lokale Wirtschaft von dem Projekt. Janssen: „Durch den direkten Austausch mit den Betrieben können wir sie gemeinschaftlich mit anderen Kölner Akteuren fit machen für den Einsatz der Technologie.“

 


Von der Modellregion zum Massenmarkt: Roadmap bis ins Jahr 2035

 

Um die Ziele aus dem Feinkonzept zu erreichen, orientiert sich die Initiative an einer Roadmap . Sie weist den Weg für den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffinfrastruktur bis ins Jahr 2035. Jede der sieben Phasen setzt ihre eigenen Schwerpunkte – von der Modellregion bis zum Massenmarkt. So ist in einer vierten Phase (2022) etwa der Bau einer Wasserstoff-Pipeline zur Kopplung mehrerer Erzeuger und Nutzer geplant. In Phase sechs (2030) sollen die Pkw- und Nfz-Flotten in der Region auf Wasserstoff umgestellt sein.

 

„„Mit dem Zusammenschluss regionaler Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft entstehen in der Initiative Synergien und neue Potenziale. So stärken wir den Innovationsstandort nachhaltig“, sagt KölnBusiness-Geschäftsführer Dr. Manfred Janssen.

 

Alle aktuellen und geplanten Wasserstoff-Projekte hat die Initiative auf ihrer Homepage gebündelt.

 

www.wasserstoff-rheinland.de