Die goldene Geschäftsidee – und dann? Unternehmensgründer*innen stehen nicht nur in Krisenzeiten vor vielfältigen Herausforderungen. Damit der Schritt in die Selbstständigkeit gelingt, muss eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden. Unternehmerinnen und Unternehmer befinden sich dabei oftmals in verschiedensten Stadien des Gründungsprozesses. Wir geben Tipps zur Unternehmensgründung.

Bei einer Unternehmensgründung müssen viele Faktoren beachtet werden - (Foto: Adobe Stock - Liudmila Dutko)

Bei einer Unternehmensgründung müssen viele Faktoren beachtet werden. (Foto: Adobe Stock – Liudmila Dutko)

„Gründen ist ein individueller Prozess“

Während manche bereits konkrete Ziele und Pläne gefasst haben, spielen andere wiederum noch mit dem Gedanken der Selbstständigkeit. Unabhängig vom Fortschritt der Planung gibt es jedoch einige Ratschläge, die eine Neugründung erheblich vereinfachen können. Wir haben die fünf wichtigsten Tipps zur Unternehmensgründung unserer Experten für Sie zusammengefasst:

KölnBusiness-Experte Andreas Severin gibt Tipps zur Unternehmensgründung

1. Flexibilität

Mindestens so wichtig wie die Idee zur Gründung ist die Persönlichkeit des Gründers, sagt Andreas Severin von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung. Obwohl es wichtig ist, für die Vision zu brennen, sollten angehende Gründer zugleich kritikfähig bleiben und flexibel agieren. Anstatt starr an einer Idee festzuhalten, ist es somit ratsam, den Markt zu beobachten, eventuellen Veränderungen offen gegenüberzustehen und sich den Gegebenheiten anzupassen.

2. Ein gut durchdachter und individueller Businessplan

Der Businessplan spielt bei jeder Unternehmensgründung eine entscheidende Rolle – er kann Investoren und Banken überzeugen und eine Förderung ermöglichen. Auch wenn es ratsam sein kann, erste Eindrücke durch vorgefertigte Pläne aus dem Internet zu erlangen, rät Andreas Severin von der Verwendung dieser Vorlagen entschieden ab. Vielmehr empfiehlt der Branchenexperte, einen individuellen Businessplan in eigenen Worten zu verfassen. Im Kern eines guten Plans sollte insbesondere ein Aspekt stehen: die Motivation. Wichtig sind zudem klar formulierte Vorstellungen von der Geschäftspraxis (WEM soll WAS an welchem ORT zu welchem PREIS verkauft werden?). Am Ende eines jeden Businessplans sollte hervorgehen, warum der Autor oder die Autorin die richtige Person für eine unternehmerische Selbstständigkeit ist. Je nach Adressat gibt es darüber hinaus gewisse Formalia, die es zu beachten gilt. Sind all diese Aspekte erfüllt, gelingt eine Förderung wahrscheinlicher!

3. Eine realistische Einschätzung des Kapitalbedarfs

Ein häufiger Fehler von Gründer*innen liegt im Unterschätzen des wirklichen Kapitalbedarfs, insbesondere des Startkapitals. Joachim Ortmanns, Geschäftsführer des Mediengründerzentrums NRW, rät: Plausibilität ist enorm wichtig für die Planung. Dazu gehört insbesondere das Kalkulieren mit realistischen Zahlen – nicht nur die Gründungskosten, sondern auch das tagtäglich benötigte Geld wird oftmals falsch kalkuliert. Wichtig ist es zudem, sich selbst einige Fragen zu beantworten: Was muss eingenommen werden? Was sind die laufenden Kosten? Was bleibt am Ende für mich übrig? Wichtig: all diese Überlegungen müssen für die Prüfer eines Kredits oder einer Förderung nachvollziehbar sein.

4. Das rechtzeitige Einholen von Feedback

Die Geschäftsidee steht? Dann wird es Zeit für Rückmeldungen! Je früher diese im Planungsprozess eingeholt werden, desto besser kann der Businessplan ohne große Schwierigkeiten angepasst werden. Ratsam ist es, sich von verschiedensten Seiten Feedback einzuholen. Neben Beratungsterminen können insbesondere auch Freunde und Familie wertvolle Hinweise geben, die mögliche Fehler in der Planung verhindern. Eine weitere bedeutende Gruppe sind zudem potenzielle Kunden: eine Rückmeldung dieser Zielgruppe verhindert nicht nur eventuelle Irrtümer in der Planung, sondern hilft zudem dabei, die Geschäftsidee bereits im Vorfeld zu optimieren.

5. Ehrlichkeit zu sich selbst

Dass im Laufe des Gründungsprozesses Zweifel aufkommen können, ist vollkommen natürlich. Nehmen diese allerdings Überhand, könnte es Zeit für eine Evaluation der Gesamtsituation sein. An diesem Punkt ist es für Gründer und Gründerinnen enorm wichtig, ehrlich mit sich selbst zu sein und sich zu fragen, ob man diesen Weg tatsächlich gehen möchte. Anstatt sich ausschließlich auf die Selbstständigkeit zu konzentrieren, kann es ratsam sein, sich eine Breite von Berufsfeldern offenzuhalten. Hilfreich ist hier insbesondere das Feedback des eigenen Netzwerks: halten Freunde und Familie Sie für geeignet, ein Unternehmen zu führen, sollte einer Gründung nichts mehr im Wege stehen.

Livestream mit Tipps zur Unternehmensgründung

Angehende Gründer sind somit keineswegs auf sich alleingestellt, wie nicht zuletzt unser Livestream verdeutlichte. In einer angeregten Gesprächsrunde standen Ihnen unsere Experten Rede und Antwort und gaben zudem wichtige Tipps zur Unternehmensgründung sowie zu den vielfältigen Anlaufstellen. Mit dabei war Andreas Severin von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung, welcher die wichtigsten Schritte auf dem Weg in die Selbstständigkeit erläuterte. Mit Joachim Ortmanns, Geschäftsführer des Mediengründerzentrums NRW, war zudem ein Experte der Medienbranche vertreten, der explizite Ratschläge zum Gründen in diesem aufstrebenden Wirtschaftszweig geben konnte. Ergänzt wurde die Runde durch Tim Klatte von den Kölner Wirtschaftsjunioren, welcher sein praktisches Know-How mit den Zuschauern teilte.

Den Livestream inklusive aller Ratschläge sowie weiteren Tipps zur Unternehmensgründung unserer Experten können Sie hier ansehen.

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