Logistik in Köln: Vier Säulen für eine starke Zukunft

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Magazin - KölnBusiness
Dezernent Markus Greitemann (l.) und Immobilienentwickler Holger Kirchhof.
© KölnBusiness

In einer von der KölnBusiness Wirtschaftsförderung organisierten Gesprächsrunde diskutierten Markus Greitemann, Dezernent für Planen und Bauen der Stadt Köln, und der Immobilienentwickler Holger Kirchhof, Vorstand der Osmab Holding AG, die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung des Logistikstandortes. Moderiert wurde das Gespräch von Markus Gerharz vom Immobilienmanager Verlag. Die vier wichtigsten Punkte fassen wir hier zusammen.

 

Dass Köln ein zentraler Logistikstandort in Europa ist, zeigt nicht nur die Infrastruktur mit einem dichten Autobahn- und Schienennetz sowie den Häfen und dem Flughafen. Ablesen lässt sich diese Bedeutung auch an Zahlen, die Baudezernent Markus Greitemann eingangs der Diskussion nannte: „Wir haben in Köln mehr als 5.000 Unternehmen in den Bereichen Logistik und Handel, die rund 72.000 Menschen beschäftigen.“ Die Zahl der Mitarbeiter*innen in diesen Branchen habe in den vergangenen Jahren sogar noch deutlich zugenommen, und auch Investoren sähen Logistikimmobilien nicht mehr nur als Nische, sondern als Teil des Hauptgeschäfts.

Einig ist sich Greitemann mit Holger Kirchhof, Vorstand der Osmab Holding, allerdings auch darin, dass dies nicht selbstverständlich so bleiben wird. „Wir müssen intensiv daran arbeiten, dass das auch in Zukunft so funktioniert“, sagte Kirchhof. Schon wegen des starken Wachstums im E-Commerce seien neue Konzepte notwendig. Vier Säulen benannten beide:

 

1. Verwaltung und Wirtschaft müssen eng zusammenarbeiten

 

Frühzeitig das Gespräch suchen, Bedarfe klar definieren und möglichst auch Vorleistungen der Wirtschaft nutzen – das sind die drei wesentlichen Elemente. Dabei bezog Greitemann auch ganz deutlich die KölnBusiness Wirtschaftsförderung als Gesprächspartnerin und Antreiberin ein.

Die angesprochenen „Vorleistungen“ sind etwa bei der verkehrlichen Erschließung denkbar. „Wir haben das schon einmal mit einem Radweg gemacht und sind gerade dabei, ein weiteres solches Projekt zu planen“, berichtete Kirchhof. Der Vorteil ist, dass die entsprechende Infrastruktur schon da ist und die spätere Erschließung eines Standortes beschleunigt wird.

 

2. Flächen für Logistik effizient nutzen

 

Dass die Flächenreserven in Köln begrenzt sind, ist unbestritten. Deshalb setzt der Baudezernent alles auf möglichst effiziente Nutzung. Konkret heißt das: Die Stadt muss und will neue Modelle entwickeln, die vor allem in der Innenstadt eine schnelle und umweltfreundliche Warenverteilung ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist das Mikrodepot, das auf einem Parkplatz nahe dem Deutzer Bahnhof entstehen und den Umschlag auf kleine Transportfahrzeuge wie E-Lastenräder ermöglichen soll.

Dies ist ein Pilotprojekt, mit dem die Verwaltung Erfahrungen sammeln will. Dass solche Mikrohubs die Zukunft der City-Logistik darstellen, wurde schon bei der KölnBusiness-Veranstaltung im Wandelwerk deutlich. Nur so können Städte vom zunehmenden Lkw- und Transporter-Verkehr entlastet, Staus vermieden und Anwohner*innen geschont werden.

Ein weiterer wichtiger Ansatz zur optimalen Flächennutzung ist für Greitemann das Konzept „Logistikflächen stapeln“. Während heute noch in aller Regel solche Flächen nur eingeschossig bebaut werden, könnten in Zukunft auch verstärkt mehrgeschossige Gebäude entstehen. „Das funktioniert und ist auch wirtschaftlich tragfähig. Das hat auch die IHK Köln in ihrer Studie im Frühjahr gezeigt“, sagte er.

 

Moderator Markus Gerharz (l.), Markus Greitemann (m.) und Holger Kirchhof.
© KölnBusiness

 

3. Bau- und Genehmigungsverfahren beschleunigen

 

Die Worte des Baudezernenten waren deutlich: „Wir sind noch nicht schnell genug.“ Etwa für die verkehrliche Anbindung neuer Gewerbeflächen müsse zügig Planungsrecht geschaffen werden, sagte Greitemann. Die Kölner Verwaltung führe selbst Gespräche mit dem Land Nordrhein-Westfalen, damit Verfahren künftig vereinfacht werden können. Er forderte zugleich die  Wirtschaftsverbände dazu auf, sich ihrerseits bei Bund und Land für Erleichterungen einzusetzen. Kirchhof beklagte, dass selbst bloße Nutzungsänderungen bei vorhandenen Flächen lange dauerten.

 

4. Das Ende des Kirchturmdenkens

 

Greitemann verwies darauf, dass die Kölner Stadtverwaltung nicht von ungefähr demnächst ein Dezernat haben werde, das schon im Namen die Zuständigkeit für Regionales trägt. Gerade bei Themen wie Gewerbeflächen und Infrastruktur müsse die regionale Kooperation intensiver werden: „Wir werden das verstärken, gerade auch mit Blick auf den Strukturwandel im Rheinischen Revier. Nur so können wir die Zukunftsaufgaben der Region stemmen. Und dann sind wir eine der stärksten Metropolregionen in Europa!“

 

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