Startups gründen: 5 Tipps von Kölner Gründer*innen

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In Köln bereichern mehr als 550 Startups den Wirtschaftsstandort – allein 2021 sind 106 Gründer*innen mit frischen Geschäftsideen an den Start gegangen. Fussballetics, noho und VisualMakers sind drei von ihnen. Im KölnBusiness-Magazin berichten sie von ihrem Start in die Geschäftswelt.

 

Wie gründet man ein Startup? 

Diese Frage haben wir drei Startups gestellt, die 2021 in Köln entstanden sind: 

 

Fussballetics

Andre Werres, Dyke Knoblauch und Claudius Ludwig von Fussballetics.
© Fussballetics

Fussballetics ist ein Gründungsprojekt der Deutschen Sporthochschule Köln. Das Startup ist ein digitaler Athletiktrainer, der Fußballvereinen deutschlandweit mithilfe einer App die Möglichkeit gibt, ihr Training zu verbessern und vor allem Trainer*innen bei der Planung und Umsetzung zu unterstützen.

www.fussballetics.de

 

noho

Die Gründer von noho: Sarah Dankenbring, Martin Gaspers und Nathalie Prokop
Die Gründer*innen von noho, Sarah Dankenbring, Martin Gaspers und Nathalie Prokop.
© noho

noho ist Teil des Gateway Exzellenz Start-up Centers der Universität zu Köln. Vor diesem Hintergrund hat das Team nachhaltige Reinigungsmittel entwickelt und im vergangenen Jahr sein erstes Produkt auf den Markt gebracht. Alles unter der Maxime: Reinigungsmittel müssen umweltfreundlicher werden.

www.noho-kit.de

 

VisualMakers

Die Gründer*innen von VisualMakers heißen Alexander Sprogis und Lilith Brockhaus.
© VisualMakers

VisualMakers ermöglicht es jeder und jedem auch ohne technische Kenntnisse komplexere Webseiten, Apps und automatisierte Workflows zu bauen. Das Prinzip nennt sich No-Code, eine Art Baukastensystem, bei dem keine Programmierkenntnisse benötigt werden. VisualMakers ist eine Online-Akademie und bildet seine Kund*innen in No-Code aus.

www.visualmakers.de

 

Woher kam die Idee, euer Startup zu gründen?

Andre von Fussballetics: Wir haben als Athletiktrainer für verschiedene Fußballvereine auf dem Platz gestanden und haben uns im Rahmen unseres Studiums an der Deutschen Sporthochschule Köln kennengelernt. Immer mehr Vereine sind an uns herangetreten, um auch in ihrem Verein fußballspezifisches Athletiktraining anbieten zu können. Die Vereine sind allerdings finanziell im Breitensport in der Regel nicht gut genug aufgestellt, um für alle Mannschaften einen externen Athletiktrainer zu bezahlen. So kamen wir auf die Idee, Athletiktraining für Vereine über eine digitale Zusammenarbeit mit Vereinen umzusetzen. Durch die Unterstützung der Trainer*innen, die mit Fussballetics zusammenarbeiten, sparen sich Vereine 75 Prozent der Kosten und profitieren von derselben Qualität des Trainings.

Nathalie von noho: Ich habe mich schon immer für Nachhaltigkeit und Umweltschutz interessiert und versucht, meinen Alltag dahingehend zu verbessern. Der Weg, die ökologischen Reinigungsmittel zu hinterfragen, war daher nicht weit. Schnell erkannte ich das Verbesserungspotential und die Reise begann.

Lilith von VisualMakers: Ich wollte eigentlich Schauspielerin werden und hatte überhaupt kein Wissen über Software. Über No-Code habe ich meinen Weg in die Tech-Welt gefunden. Alex hingegen ist designaffiner Programmierer mit Produktmanagement-Erfahrung. Ihm gelang es, mit No-Code Produkte und Prozesse effizienter, schneller und kostengünstiger zu entwickeln. Unsere Begeisterung und unser über Jahre aufgebautes Wissen wollten wir gerne mit der Gründung unseres Startups weitergeben.

 

Das Team: Welche Eigenschaften brauchen Gründer*innen?

Dyke von Fussballetics: In einem Gründerteam sollten sich Gründer mit ihren Aufgabenfeldern und Charakteren sehr gut ergänzen. Im Rahmen unseres Studiums haben wir bereits in diversen wissenschaftlichen Projekten zusammengearbeitet und so festgestellt, dass wir gut zusammenarbeiten können. Wir haben durch unsere Erfahrungen (Fitnesstrainer, Fußballtrainer & Athletiktrainer) auch unterschiedliche Perspektiven auf den Fußball werfen können – und sind entschlossen, eine Lösung für das Problem der ganzheitlichen Förderung zu finden. Außerdem spiegelt sich die Theorie-Praxis-Verzahnung aus Studium und eigener Trainererfahrung in der Ausgestaltung des Konzeptes wider – diese hohe Praktikabilität ist enorm wichtig bei Gründungen.

Nathalie von noho: Zuallererst braucht man große intrinsische Motivation. Man muss für sein Thema brennen, dann hat man auch die Kraft, schwierige Phasen auszuhalten und weiterzukommen. Uns hat es zudem geholfen, dass wir alle einen unterschiedlichen beruflichen Background haben, so konnte jeder das Beste aus seinem Bereich beisteuern.

Alexander von VisualMakers: Startup-Gründer sollten neugierig und offen sein, eine gute Portion Mut und Resilienz mitbringen. Unter dem Strich ist Leidenschaft für das, was man tut oder die Idee, die man nach vorne bringen möchte, am wichtigsten.

 

Welche Schritte sind wichtig, wenn man ein Startup gründen will?

  • Geschäftsmodell aufstellen
  • Vernetzung im Ökosystem
  • Modell für Finanzierung entwickeln und Investor*innensuche
  • Pitchdecks entwickeln
  • Präsentation auf Messen, Events und Pitch-Wettbewerben
  • Fachkräftesuche und Marketing

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Von der Idee zum Startup: Wie habt ihr euer Geschäftsmodell entwickelt?

Claudius von Fussballetics: Das Geschäftsmodell von Fussballetics haben wir an den Bedürfnissen der Vereine orientiert und auf Grundlage der Wünsche von Vereinen entwickelt. Fussballetics hat deswegen viele Gespräche mit Trainer, Trainerinnen und Funktionären der Vereine geführt. Zudem ist Fussballetics mit verschiedenen Verbänden, wie dem DFB, dem FVM und dem DOSB in den Austausch gegangen.

Lilith von VisualMakers: Wir arbeiten seit über einem Jahr an unserem Geschäftsmodell – und wir sind noch nicht komplett fertig. Wir schauen uns an, was funktioniert und iterieren immer wieder und sprechen auch viel mit unserer Community. Wir haben die sogenannten Masterclasses gegründet, wo wir Mitarbeiter, aber auch Selbstständige und Agenturen zu Experten für bestimmte NoCode-Tools ausbilden.

 

Beratungen für Startups in Köln – was hilft wirklich?

Andre von Fussballetics: Fussballetics hat sich an verschiedenen Stellen beraten lassen und die Anhaltspunkte sehr gut umsetzen können. So wurde Fussballetics unter anderem von dem Accelerator des StarS-Kader der Deutschen Sporthochschule Köln und dem Accelerator von Okandada unterstützt. Darüber hinaus hat Fussballetics Unterstützung vom Gateway der Universität zu Köln und der Corporate Law Clinic erhalten.

Sarah von noho: Wir waren zuerst in einem Inkubator, dem Gateway Exzellenz Start-up Center, in dem uns eine Startup-Coachin betreut hat. Anschließend waren wir in einem Accelerator-Programm, der Impact Factory, wo wir mit diversen Experten in Kontakt gekommen sind und die uns beim Aufbau einer Go-to-Market Strategie geholfen haben. Beide Programme haben uns einen sehr guten Überblick über das gegeben, was essenziell ist, um ein Startup auf die Beine zu stellen. Zudem konnten wir uns jederzeit an verschiedene Experten z.B. aus den Bereichen Marketing und Finanzen wenden.

Lilith von VisualMakers: Wir stehen eng im Kontakt mit den PIRATEs, ich bezeichne es auch als mein unternehmerisches Zuhause. Manuel Koelman steht uns als Mentor, Berater und Coach zur Seite –  Alex ist inzwischen natürlich auch in der PIRATE-Familie aufgenommen.

 

Startups finanzieren – aber wie?

  • Staatliche Fördermittel
  • Gründer*innen-Wettbewerbe
  • Bankkredite
  • Business Angels
  • Venture-Capital-Gesellschaften
  • Crowdfinanzierung
  • Acceleratoren

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Wie finanziert ihr euer Startup?

Dyke von Fussballetics: Abgesehen vom Gründerzuschuss des Landes NRW finanziert sich Fussballetics durch Bootstrapping. Durch Mitgliedschaftseinnahmen kann sich Fussballetics bereits selbst finanzieren. Bisher hat Fussballetics sich deswegen gegen Investoren entschieden. Nichtsdestotrotz will Fussballetics perspektivisch Investoren mit dazu nehmen, um ein noch schnelleres Wachstum zu erreichen. Hierbei ist für uns das entscheidende Kriterium jedoch das Netzwerk des Inverstors. So würde ein (ehemaliger) Fußballprofi oder (ehemaliger) Fußballtrainer am ehesten in Frage kommen, da dieser auch als Markenbotschafter das Unternehmen nach außen hin repräsentieren könnte.

Nathalie von noho: Wir bekommen ein Jahr das Gründerstipendium des Landes NRW.

Alexander von VisualMakers: Wir haben auch vom Gründerstipendium profitiert. Außerdem haben wir ein kleines Investment von PIRATE erhalten. Ansonsten sind wir bootstrapped finanziert.


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